In Deutschland kennt man sie vor allem vom „Keinohrhasen" Soundtrack, auf dem ihr Song „Dancing In A Minefield" vertreten war. Aber ihr Bekanntheitsgrad wird größer werden. Denn Plushgun aus Brooklyn/New York veröffentlichen nach ihrem Debut „Pins & Panzers" mit „Me. Me" ihr zweites Album.
Plushgun - der Name lässt aufhorchen. Ein plüschiger Revolver? Dan Ingala, der Kopf der Band, hat bewusst einen Namen gewählt, der widerstreitende Assoziationen weckt. „Die Idee habe ich von all den 80er-Jahre-Bands, die einfach zwei Wörter, die nicht zusammenpassen zum Bandnamen gemacht haben. An Plushgun gefällt mir, dass der Name etwas evoziert das gleichzeitig kuschelig und scharfkantig ist."
Auch sonst ist Dan Ingala von der Musik der 80er beeinflusst. „New Order, Depeche Mode, Duran Duran, Human League - das war das letzte Mal, dass Dance Music etwas zu sagen hatte." Für einen Amerikaner, der ursprünglich aus Boston stammt und als Teenie nach Brooklyn, New York gezogen ist, scheint diese Begeisterung für britischen Synthie Pop seltsam. „Yeah, I was a weird kid.", meint Dan. „Aber noch seltsamer war, dass ich Tschaikowsky gehört habe."
Trotz seiner Liebe zu russischer Klassik (Strawinski ist sein Lieblingskomponist) und britischem Synthi Pop, klingen Plushgun allerdings wie klassischer Indie Pop und College Rock der beschwingten Sorte. Bewusst ist Dan Ingala zwar nicht von amerikanischem Rock beeinflusst, aber eine Grunge Phase hat er schon durchgemacht, „wie alle Kids damals." Und amerikanischer Rock und Pop ist in Boston wie in Brooklyn einfach in der Luft. Der Haupteinfluss ist und bleibt für ihn aber ein britischer: „Die Britische Invasion der 60er ist für mich die Bibel des Songwritings: The Beatles, The Who und so weiter. Aber auch spätere Brit Pop-Bands wie Pulp sind sehr wichtig für mich."
Plushgun sind eine Band, die das Netz in jeder erdenklichen Weise nutzen - vom Horten musikhistorischen Wissens bis zum effektiven Steigern des Bekanntheitsgrades - ohne darüber den Kopf zu verlieren.